Nutri-Score erklärt – und warum er Zucker verschärft betrachtet

Der Nutri-Score soll auf einen Blick zeigen, wie ausgewogen ein Lebensmittel ist. Praktisch – aber die farbige Ampel hat auch ihre Tücken.

Auf einen Blick

Der Nutri-Score fasst Nährwerte zu einer Note von A (grün) bis E (rot) zusammen. Zucker zählt zu den ungünstigen Faktoren, die die Note verschlechtern. Die Kennzeichnung ist in Deutschland freiwillig und hat methodische Schwächen.

Wie der Nutri-Score funktioniert

Ein Algorithmus verrechnet günstige Bestandteile (Ballaststoffe, Eiweiß, Anteil an Obst/Gemüse) mit ungünstigen (Kalorien, Zucker, gesättigte Fette, Salz). Heraus kommt eine Buchstaben- und Farbnote, die den Vergleich innerhalb einer Produktgruppe erleichtert.

Wie Zucker gewichtet wird

Zugesetzter und natürlicher Zucker fließen als negativer Faktor ein – viel Zucker verschlechtert die Note also spürbar. Das setzt Hersteller unter Druck, Rezepturen zuckerärmer zu machen, ähnlich wie die Zuckersteuer.

Die Schwächen

Der Nutri-Score vergleicht am besten innerhalb einer Kategorie, nicht über Produktgruppen hinweg. Er unterscheidet nicht immer zwischen natürlichem und zugesetztem Zucker, und weil er freiwillig ist, fehlt er ausgerechnet auf vielen zuckerreichen Produkten. Ein guter Nutri-Score ersetzt daher nicht den Blick auf die Zutatenliste.

Häufige Fragen

Ist der Nutri-Score verpflichtend?

Nein, in Deutschland ist er freiwillig – Hersteller entscheiden selbst, ob sie ihn abbilden.

Bedeutet Nutri-Score A automatisch gesund?

Nicht unbedingt – er gilt vor allem im Vergleich innerhalb einer Produktgruppe.

Fazit

Der Nutri-Score ist eine hilfreiche Orientierung, aber kein Freibrief. Wer genau wissen will, was drin ist, liest weiter die Decknamen des Zuckers.